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So schwierig war der Start für Thomas Deisler

Seit gut einem Jahr führt Thomas Deisler das Bettengeschäft in Gundelfingen. Über den schwierigen Start als Firmenchef und wie er sich zurechtgefunden hat. TEXT und Bild: Andreas Schopf, DonauZeitung

Thomas Deisler wurde gut vorbereitet. Sogar „optimal“, wie er sagt. Theoretisch wusste er, was auf ihn zukommt. Er sollte das Bettengeschäft seines Vaters in Gundelfingen übernehmen. Conni Deisler arbeitete seinen Sohn ein, seit 2013 war Thomas Mitarbeiter im Geschäft. Dann, am 1. Januar 2018, war es so weit. Der Sohn übernahm das Geschäft vom Vater – und plötzlich war alles anders. „Du kannst dich vorbereiten, wie du möchtest“, sagt er heute rückblickend. „Aber auf diesen ersten Tag, wenn du plötzlich die Verantwortung hast, darauf kannst du dich nicht vorbereiten.“

Deisler in Gundelfingen: Geschäftsübernahme mit 28 Jahren

Plötzlich ist da Verantwortung für die Mitarbeiter. Das Einkommen ist abhängig von der eigenen Arbeit. Dazu viel Papierkram, Finanzangelegenheiten, und auch das Konzept und die Werbung hängen an einem selbst. Im Nachhinein bezeichnet Deisler das, was vor gut einem Jahr auf ihn eingeprasselt ist, als „krass“. Er sagt: „Damit hätte ich nicht gerechnet.“

Deisler ist zu diesem Zeitpunkt kein gestandener Geschäftsmann. Sondern gerade einmal 28 Jahre jung. Er fuchst sich hinein, arbeitet 60 Stunden und mehr in der Woche, auch abends und am Wochenende. „Früher dachte ich, als eigener Chef ist man flexibel und man kann auch mal den Stift weglegen“, sagt Deisler. „Aber das ist schwierig.“ Es geht dann nicht mehr darum, lediglich einen guten Job zu machen. Stattdessen hängt die Zukunft einer Firma an einem. „Ich habe mein Leben komplett auf die neue Aufgabe ausgelegt“, sagt Deisler. Diese mache ihm Spaß, aber es ist auch ein schwieriger Spagat. Immerhin hat er zu Hause eine Familie mit drei Kindern. Und nicht immer läuft das Geschäft reibungslos. Es gibt auch Wochen, da ist es relativ ruhig und der Umsatz überschaubar. „Am Anfang wird man da recht schnell nervös.“

Er braucht ein halbes Jahr, um anzukommen

Etwa ein halbes Jahr braucht Deisler, um anzukommen als junger Unternehmer. Um das erste Mal durchzuatmen. Und um zu merken: Nach einer schwachen Woche können auch schnell wieder zwei gute Wochen kommen. Immer an seiner Seite: sein Vater Conni Deisler. Er hat ihm seinen Laden übergeben. Für den „vorbildlichen Generationenwechsel“ zeichnete der Fachverlag SN die Deislers als „Bettenfachhändler des Jahres 2018“ aus. Von den Erfahrungen des Vaters kann Deisler junior profitieren. Conni Deisler weiß, wie das Geschäft läuft. 41 Jahre lang hat er den Laden geführt. „Ich beobachte, gebe Tipps und stehe immer an seiner Seite“, sagt er über seinen Sohn. Große Entscheidungen würde er nur in Absprache mit dem Vater treffen, sagt Thomas Deisler. Er wisse es aber auch zu schätzen, dass ihm sein Vater trotz der großen Erfahrung freie Hand lässt.

Das Umfeld, in dem er arbeitet, ist im Umbruch. Die Digitalisierung schafft neue Herausforderungen. Deisler führt einen Online-Handel ein und bespielt die heute gängigen sozialen Medien. Auch sein Logo designt er um. Er schafft eine neue „Corporate Identity“, also ein neues Erscheinungsbild seiner Firma in der Öffentlichkeit. Dabei vergisst er nicht die Wurzeln und orientiert sich am ehemaligen Logo des Ladens. Regelmäßig tauscht er sich mit anderen Jungunternehmern aus. „Um nicht betriebsblind zu werden“, wie er sagt.



© Betten Deisler